Südliche Ideallandschaft mit rastender Hirtin und Bauer mit seinem Esel auf einer Brücke.

Signiert und datiert. 56 x 73 cm. Mit Riß, vor allem in Bereich der oberen Zinkung sowie Retuschen. Schneider war einer der gefragtesten Porträt-, Landschafts- und Vedutenmaler seiner Zeit in Mainz, der in fürstlichen Kreisen ebenso geschätzt wurde wie vom bürgerlichen Publikum. 1785 entstand sein erstes, datiertes Landschaftsgemälde, das mit der farbigen Abstufung des Tiefenraums vom Vorder- zum Hintergrund und den bildparallelen, horizontalen Landschaftsstreifen kompositionell der niederländischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts verpflichtet war. Nachhaltigen Eindruck übten auch die Werke von Herman Saftleven sowie von Christian Georg Schütz d.Ä. aus. In seinen landschaftlichen Veduten konzentrierte sich Schneider auf realistische und topographisch genaue Darstellungen, bevor er sich ab Ende der 1780er Jahren arkadisch verklärten Ideallandschaften mit Gebirgen oder Flüssen nach dem Vorbild Claude Lorrains, Nicolas Poussins oder Ferdinand Kobells zuwandte, wobei er auch Staffagefiguren wie flötende oder ruhende Hirten oder am See lagerndes Vieh mit verwendete. „Schneider bedient den Geschmack seiner Käufer besonders durch sein eklektizistisches Arbeiten und Kompilieren verschiedener Vorbilder und Einflüsse. In Schneiders Arbeiten ist der stilistische Wandel von rokokoartiger Auffassung zur klassizistischen Vedute und romantischen Landschaft des 19. Jahrhunderts sichtbar.“ (AOW/AKL; online). Gerahmt. [bg].