„Vecchio Palazzo Brentano a Bonzanigo“.

Signiert „GottardoS“ und datiert. Verso nochmals signiert, datiert, betitelt und ortsbezeichnet „Tremezzo“. 80 x 60 cm. Gottardo Segantini, Sohn des Künstlers Giovanni Segantini, war als Maler, Radierer und Kunstschriftsteller tätig. Nach dem Tod seines Vaters 1899 ging er an die ETH in Zürich, entschied sich jedoch unter dem Einfluss des Schweizer Malers und Architekten H. E. von Berlepsch-Valendas für die Malerei und erlernte bei H. Gattiker in Zürich die Technik des Radierens. Anschliessend zog Segantini nach Maloja zurück, wo er die Bibliothek seines Vaters als Atelier nutzte und bis zu einem Lebensende wohnhaft blieb. Sein künstlerischer Stil wurde wesentlich durch seinen berühmten Vater geprägt, vor Allem sein malerisches Schaffen zeigt eine deutliche Nähe zu Giovanni Segantini. Neben Winter- und Sommerlandschaften aus dem heimatlichen Engadin – meist aus der Umgebung von Maloja – die er in flirrendem Licht und leuchtender Farbigkeit darstellte, finden sich im Werk Gottardo Segantinis vereinzelt auch weitere schweizerische und italienische Motive, wie bei dem hier vorliegenden Gemälde aus der Umgebung des Comer Sees. Die ungewöhnliche, aus dem übrigen Oeuvre Segantinis herausstechende Ansicht des Palazzo der später auch in Deutschland ansässigen Familie Brentano zeigt als dominierendes Element eine treppenartige Gasse, der auf der einen Seite vom Gebäude und auf der anderen Seite von einer Mauer begrenzt wird. Die an die von Giovanni Segantini präferierte Stilrichtung des Divisionismus erinnernde Pinselführung in differenzierten Erdtönen wird durch das kräftige Grün des Pflanzenbewuchses der Mauer unterbrochen, während im oberen Bildteil der leuchtende Himmel sowie die von der Sonne beschienene Häuser im Hintergrund eine frühlingshafte Stimmung erzeugen. Provenienz: Deutscher Privatbesitz. Gerahmt. [bg]